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Antrag auf Umweltinformationen betreffend Grundwasserverunreinigungen aufgrund von Löschschaumrückständen am Flughafen Salzburg

Weitreichende Schadstoffausbreitung und äußerst hohes Schadenspotential fürs Grundwasser - Jüngster Bericht des Umweltbundesamtes stuft die Altlast mit Prioritätsstufe 1 ein: Flughafenanrainer fordern jetzt die Herausgabe der Gutachten vom Land Salzburg

Mehr als dreieinhalb Jahre hat es gedauert, bis der Flughafen erstmals Ende März 2022 über ein gröberes Grundwasserproblem öffentlich informiert hat. Man habe seit Herbst 2018 untersuchen müssen und es bestünde keine Gefahr für die Gesundheit. Doch die Fragen des ASA nach Gutachten und Messreihen blieben ebenso unbeantwortet wie die Frage nach betroffenen Anrainer:innen und verunreinigten Hausbrunnen. Auch zu den notwendigen Sanierungsschritten und -kosten erhielten die Anrainervertreter bisher keine Auskunft.   „Wir sind es leid, dass wir als Betroffene wie Bittsteller behandelt werden und man uns die wesentlichen Informationen vorenthält“, beschwert sich Obmann Meik Müller vom Anrainerschutzverband ASA. "Nach mehr als 3 Jahren sollten wohl ausreichend Messprogramme und Erkundungsmaßnahmen zur Altlast am Tisch liegen, die wollen wir endlich sehen.“   Den Anrainervertretern reicht es inzwischen, sie fordern die Gutachten jetzt beim Land Salzburg an und berufen sich dabei auf das Umweltinformationsgesetz. Auslöser für diesen Schritt ist ein mehr als brisantes Dokument im Altlastenkataster vom 25. Mai 2022, auf das der ASA bei eigenen Recherchen gestoßen ist. Darin wird das Ausmaß der Umweltgefährdung mit Priorität 1 bewertet und von einem hohen Gefährdungspotential für das Grundwasser ausgegangen. Mehr als 50.000 m3 verseuchtes Erdreich und eine 3,5 km lange und bis zu 1,7 km breite Schadstofffahne im Grundwasserstrom zwischen Flughafen und Lieferung sind als sehr große Schadstofffracht mit höchster Sanierungspriorität eingestuft.    „Äußerst irritierend“ finden Obmann Müller diese neuen Fakten, „im Bericht des Umweltbundesamtes ist die Rede von Überschreitungen des EU-Trinkwassergrenzwertes um mehr als das 100-Fache, das wurde uns verschwiegen. Die Eignung des Grundwasser zur Bewässerung von Gemüse wird in Frage gestellt und die Aufzuchtgewässer für Jungfische haben ebenfalls überhöhte Werte.“  Wir fordern jetzt die Offenlegung aller Untersuchungen und haben dazu eine formelle Anfrage an das Land gerichtet.

UBA-Bericht: https://www.altlasten.gv.at/atlas/verzeichnis/Salzburg/Salzburg-S23.htm

 UIG Anfrage: 20220628_Anfrage UIG an LR.pdf